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Wo kann man Aktien & ETFs kaufen? – Die richtige Brokerwahl für Einsteiger

Aktien und ETFs kaufen Sie über einen Online-Broker. Doch welcher ist der richtige? In diesem Guide lernen Sie, welche Kriterien wirklich zählen: Gebühren, Sparpläne, Einlagensicherung, Bedienung, Handelsplätze, Orderarten und Sicherheitsaspekte – plus eine klare Schritt-für-Schritt-Checkliste für Ihre Entscheidung.

Lesedauer: 12–15 Minuten • Zuletzt aktualisiert: 16. August 2025

Smartphone mit Broker-App und Notizbuch auf Schreibtisc

1. Was ist ein Broker – kurz & klar

Ein Broker ist Ihr Vermittler zum Wertpapiermarkt. Über ihn eröffnen Sie ein Depot (für die Verwahrung Ihrer Wertpapiere) und ein Verrechnungskonto (für Einzahlungen, Käufe/Verkäufe und Dividenden). In der Praxis nutzen Einsteiger meistens eine App oder ein Web-Interface, um Orders zu platzieren, Sparpläne einzurichten und ihren Depotstand zu prüfen.

2. Auswahlkriterien: Worauf es wirklich ankommt

  • Gebühren: Orderkosten, Fremdspesen, Depotgebühr, Sparplan-Gebühren, Währungsumrechnung.
  • Sparpläne: Verfügbarkeit auf Ihre ETFs/Aktien, minimale Rate, Ausführungstage.
  • Bedienung: Übersichtliche App, stabile Server, gute Suche & Watchlists.
  • Angebot: Breite an ETFs/Aktien, Zugang zu wichtigen Handelsplätzen, ggf. Derivate (nur fortgeschritten).
  • Sicherheit: Regulierung, Einlagensicherung, getrennte Verwahrung (Segregation), 2FA.
  • Service: Erreichbarkeit, deutsche Steuerdokumente, hilfreiche Hilfeartikel.

3. Gebührenmodelle verständlich erklärt

Die meisten Kosten fallen bei Käufen/Verkäufen (Ordergebühren) und bei Sparplänen an. Daneben gibt es mögliche Depotführungsgebühren und Fremdspesen der Handelsplätze. Achten Sie auf die Gesamtkosten – gerade bei kleinen Sparraten zählt jeder Euro.

  • Ordergebühr: Fix (z. B. ein niedriger Festpreis) oder prozentual vom Volumen.
  • Fremdspesen: Börsenentgelte/Abwicklungsgebühren, variieren je Handelsplatz.
  • Depotgebühr: Häufig 0 €, dennoch prüfen.
  • Spread: Differenz aus Kauf-/Verkaufskurs; bei außerbörslichen Plätzen genau hinsehen.
  • FX-Gebühren: Währungsumrechnung bei US-/Auslandsaktien etc.

4. Sparpläne auf ETFs & Aktien

Sparpläne sind ideal für Einsteiger: Sie kaufen automatisch in festen Intervallen (z. B. monatlich). Das reduziert Timing-Risiko und nutzt den Cost-Average-Effekt. Wichtige Kriterien:

  • Minimale Rate: Start oft ab kleinen Beträgen (z. B. 25–50 €).
  • Ausführungstage: Flexibel wählbar? Monatsanfang/Monatsmitte?
  • Gebühren je Ausführung: Fixpreis vs. prozentual.
  • Verfügbarkeit: Ist Ihr Wunsch-ETF/-Aktie sparplanfähig?
  • Automatik: Lastschrift/Überweisung einrichten, „schmerzfrei“ aufbauen.

5. Handelsplätze & Ausführung

Wichtige Plätze sind z. B. Xetra, regionale Börsen, sowie außerbörsliche Partner (OTC). Entscheidend: Liquidität (enge Spreads, gute Ausführung) und Transparenz. Einsteiger sind gut beraten, liquide Handelsplätze zu nutzen und Limit-Orders zu bevorzugen.

6. Sicherheit, Regulierung & Einlagensicherung

  • Regulierung: Broker sollten unter europäischer Aufsicht stehen.
  • Separierung: Wertpapiere werden getrennt vom Brokervermögen verwahrt.
  • Einlagensicherung: Cash-Bestände sind in der Regel bis zu einer gesetzlich definierten Höhe abgesichert (landesabhängig).
  • 2-Faktor-Authentifizierung: Pflicht für Ihre Sicherheit.
  • Steuerdokumente: Jahressteuerbescheinigung & Aufstellungen erleichtern die Abgabe.

7. Orderarten für Einsteiger

  • Market: Sofortige Ausführung zum nächsten Kurs; simpel, aber weniger Preis-Kontrolle.
  • Limit: Maximaler Kauf- bzw. minimaler Verkaufspreis – Standard für Einsteiger.
  • Stop/Stop-Limit: Absicherung oder Einstieg bei Trendbrüchen; mit Bedacht einsetzen.

8. Vergleichstabelle: Broker-Kriterien auf einen Blick

Wichtige Kriterien bei der Brokerwahl
Kriterium Warum wichtig? Woran erkennen? Einsteiger-freundlich
Ordergebühren Kosten senken die Rendite, v. a. bei kleinen Beträgen Preisverzeichnis, Beispielrechnungen Transparente, niedrige Fix-/Prozentgebühren
Sparpläne Automatisierter Vermögensaufbau Anzahl sparplanfähiger ETFs/Aktien, Mindestrate Breite Auswahl, kleine Raten möglich
Handelsplätze Liquidität & faire Ausführung Zugängliche Plätze, Spreads, Ausführungsberichte Liquide Börsen (z. B. Xetra), klare Ausführung
App/Usability Fehler vermeiden, schneller Überblick Demo, Screenshots, Reviews Intuitiv, stabil, gute Suche
Sicherheit Schutz von Vermögen & Daten 2FA, Regulierung, Einlagensicherung 2FA Pflicht, EU-Regulierung
Service & Steuern Weniger Aufwand, klare Doks Steuerbescheinigungen, Support-Kanäle Deutschsprachiger Support, Jahresbescheinigung

9. Beispielhafte Broker in Deutschland

Die folgende Tabelle zeigt einige bekannte Anbieter. Sie dient nur zur Orientierung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Empfehlung. Konditionen ändern sich regelmäßig (Aktionen, Preisänderungen) – prüfen Sie die Details stets direkt beim Anbieter.

Beispielhafte Broker im Überblick
Broker Depotgebühr Orderkosten ETF-Sparpläne Besonderheiten
Trade Republic (traderepublic.com) 0 € feste Orderkosten ab 1 € Rate Sehr günstige App, mobile-first
Scalable Capital (scalable.capital) 0 € (Free Broker) ab 0,99 € ab 1 € Rate Flatrate-Option, große ETF-Auswahl
ING (ing.de) 0 € (bei Aktivität) ab 4,90 € + 0,25 % ab 1 € Rate Großes Banking-Ökosystem, sehr benutzerfreundlich
comdirect (comdirect.de) 0 € (unter Bedingungen) ab 3,90 € ab 25 € Rate Traditionsbroker, Teil der Commerzbank
Consorsbank (consorsbank.de) 0 € ab 3,95 € ab 25 € Rate Vielseitiges Angebot, Banking & Depot kombiniert

Hinweis: „günstig“, „ab … €“ etc. sind bewusst als Beispiele formuliert, da konkrete Beträge variieren. Prüfen Sie vor der Entscheidung die aktuellen Preisverzeichnisse, die Verfügbarkeit Ihrer Wunsch-ETFs und etwaige Aktionsbedingungen.

10. Schritt-für-Schritt: So wählen Sie Ihren Broker

  1. Bedarf klären: Nur ETF-Sparplan? Oder auch gelegentliche Einzelaktien?
  2. Gebühren vergleichen: 3–5 Broker anhand Ihrer typischen Ordergrößen prüfen.
  3. Sparplan-Check: Ist Ihr Wunsch-ETF sparplanfähig? Rate & Ausführungstag passend?
  4. Sicherheitsprüfung: 2FA, Regulierung, Einlagensicherung, getrennte Verwahrung.
  5. Testlauf: Kleines Startvolumen/Watchlist anlegen, App testen.
  6. Entscheiden & eröffnen: Legitimation durchführen, erste Einzahlung tätigen.

11. Häufige Fehler bei der Brokerwahl

  • Nur auf den billigsten Preis schauen: Schlechte Ausführung/Spreads können teurer sein.
  • Keine 2FA: Sicherheitsrisiko.
  • Ohne Sparplan starten: Timing-Risiko höher, Disziplin geringer.
  • Unpassende Handelsplätze: Breite Spreads, schlechte Liquidität.
  • Steuerdokumente ignorieren: Zusätzlicher Aufwand am Jahresende.

FAQ – Häufige Fragen

Ist ein zweiter Broker sinnvoll?

Ja, optional. Ein Zweitdepot kann für Redundanz sorgen oder unterschiedliche Stärken (z. B. günstige Sparpläne vs. gute Research-Tools) kombinieren. Für Einsteiger genügt meist ein gutes Depot.

Wie schnell kann ich starten?

Die Legitimation ist oft innerhalb weniger Minuten erledigt. Nach der ersten Einzahlung können Sie in der Regel sofort kaufen oder einen Sparplan aktivieren.

Was ist wichtiger: niedrige Gebühren oder gute App?

Beides zählt. Eine nutzerfreundliche App reduziert Fehler – extrem niedrige Gebühren bringen wenig, wenn die Ausführung schlecht ist. Suchen Sie die Balance.

Muss ich mich um Steuern selbst kümmern?

In vielen Fällen kümmert sich der Broker um Abgeltungsteuer & Co. – prüfen Sie die bereitgestellten Belege. Bei Sonderfällen (Auslandsdividenden etc.) kann eigener Aufwand nötig werden.